Neuraltherapie

Unter der Neuraltherapie versteht man eine Behandlungsmethode aus dem Bereich der Alternativmedizin, bei der durch Anwendung eines lokalen Betäubungsmittel (zumeist Procain, Lidocain oder Bupivacain) das vegetative Nervensystem beeinflusst werden soll. Im Gegensatz zur reinen Lokalanästhesie soll hierdurch auch eine Fernwirkung auf Organe, Muskeln und Nerven erzielt werden.

Bei der Neuraltherapie werden verschiedene Behandlungsformen unterschieden. Nachfolgend sind die wichtigsten Therapien aufgeführt:

Segmenttherapie

Bei der Segmenttherapie wird ein lokales Betäubungsmittel in Form von Hautquaddeln oder an Ganglien im Bereich entsprechender Projektionszonen innerer Organe auf der Haut oder Triggerpunkten von Muskeln injiziert.

Störfeldtherapie

Therapeutische Lokalanästhesie mit Ausschaltung von Störfeldern unter der Vorstellung, dass durch eine Entblockung  einer vermuteten , nerval vermittelten Ursache zwischen Störfeld und erkranktem Organ natürliche Heilung einsetzen kann. Die Wirkung soll unmittelbar einsetzen und für mindestens 20 Stunden anhalten. Dies wird als ein sicheres Zeichen für die Auffindung des für die Beschwerden verantwortlichen Störfeldes gewertet. Die häufigsten Störfelder sollen sich in Narben sowie Mandeln, Nasennebenhöhlen, Zahn-Kiefer-Region und Schilddrüse befinden.  

Therapeutische  Lokalanästhesie (TLA)

Hierbei werden gereizte Nervenwurzeln, etwa im Bereich der Lendenwirbelsäule oder des Kreuzbeins mit einem Lokalanästhetikum infiltriert.

Sympathikusblockade

Sie wird bei Algodystrophien (Morbus Sudeck) verwendet, um Störungen der lokalen Durchblutung zu behandeln.

Procain-Basen-Infusion

Die Infusionslösung enthält neben einem Anästhetikum (Procain) auch einen basischen Stoff (Natriumhydrogencarbonat), der Säuren im Körper neutralisieren soll. Spezielle orthopädische Anwendungsgebiete für diese Behandlung sind:

-Schmerztherapie u.a. bei Fibromyalgie

-Rheuma- und Arthrosetherapie

-Übersäuerung des Körpers (insbesondere bei chronischen Krankheiten)